Erfahrungen aus Sachsen
Ein Erfahrungsbericht besonderer Art

 

Einen Erfahrungsbericht der anderen Art erhielten wir anläßlich des 10-jährigen Jubiläums vom LV SiS Sachsen e.V. von den Lehrerinnen und Lehrern der 50. Grundschule in Dresden.

Ein Erfahrungsbericht in Corona Zeiten - Teil 1

Da sitze ich und will einen Erfahrungsbericht zu GTA schreiben. Dabei wusste ich lange in meinem Leben nicht, was GTA überhaupt heißt.

Es hat mit Schule zu tun, genauer mit Grundschule und dort wiederum mit Ganztagsangeboten. Dabei hatten wir das alles nicht im Sinn, als wir Senioren von „SiS“ uns als Mediatoren ausbilden ließen, manche sagen auch als „Streitschlichter“ in Grundschulen. „Unsere“ Grundschule ist in Chemnitz-Ebersdorf und die Kinder dort haben Streit und Sorgen wie in jeder anderen Schule auch. Doch dann kam Corona und lange Schulschließungen und dann war plötzlich nur noch wenig Mediation nötig. Wahrscheinlich waren die Kinder einfach froh, wieder zusammen zu sein.

In der Situation bot unsere Schule den Kindern im Rahmen der Ganztagsbetreuung Kurse an; solche zum Umgang mit dem Computer, Sportkurse, Töpferkurse… und einen „kreativen“ Kurs.

Nun hat mein SiS-Partner ein Faible für Kreativität - schon immer - und jede Menge Ideen dazu und entsprechende Literatur. Und dann war da noch der Umstand, dass auch der Schule das nicht verborgen geblieben war. Kurz: „Wir“ eigneten uns auf das Trefflichste zur Durchführung des Kurses „Kreative Kids“. Zu beginnen war mit der Klasse 2, und zwar sofort!

September 2021 bis Januar 2022

Was nun macht Kids zu „kreativen“ Kids?

Natürlich Malen, das Spiel mit Farben, der Umgang mit Bastelmaterial, Phantasie, guter Wille und ein wenig Disziplin.

Los ging es immer mit einem Spiel, das den Kindern Ruhe und Konzentration vermitteln sollte. Mitunter hat das sogar geklappt.

Unser erstes Kunstobjekt war der Fisch – er wurde gefaltet, ausgeschnitten und gemalt und zwar mit Bleistift, mit Farben und auf dem Schulhof sogar mit Straßenmalkreide.

 

Ein Erfahrungsbericht in Corona Zeiten - Teil 2

Wir haben mit den Kindern Collagen in Herbstfarben und Faschingsmasken gestaltet…

Dann kamen wieder strenge Corona Regelungen und eine größere Pause.

Wir hofften es geht bald weiter, denn es hat nicht nur den Kindern Spaß gemacht.

Einfach loslegen ohne Bewertung mit viel anfeuerndem Lob für die Kids und viel Lachen und Lob von den Kindern für uns.

 

Ein Erfahrungsbericht in Corona Zeiten - Teil 3

Und Ende November 2021 ging es wieder los.

Nun mit der 3. Klasse … dreidimensionale Weihnachtskarten gebastelt, getropfte Acrylbilder nach dem Vorbild berühmter Künstler hergestellt („Los tropfen“ wie Jackson Pollock) und Porträts zeichnen. Es geht weiter - „Im Plan noch vier kreative Termine“ mit der Dritten.

In all den Stunden haben wir den Kindern über die Schultern schauen dürfen und ihr unterschiedliches Herangehen an die verschiedenen Aufgaben beobachten können. Wir haben einen Einblick in Klassenstrukturen und die Fähigkeiten der Kinder gewonnen.

Und wir haben natürlich festgestellt, dass die kreative Seite der Kinder unterschiedlich ausgeprägt und die Umsetzung unterschiedlich gut gelungen ist.

Viele haben tolle Ergebnisse erzielt – mit mehr oder weniger Zeitaufwand. Andere waren weniger konzentriert mit der Aufgabe befasst. Alle waren aber mit Lust und Freude im Kurs.

 

Erstes Fazit:

Alles Natürlich haben wir uns über die Zeit auch die Frage gestellt, ob bei all den Erkenntnissen und Erfahrungen, die wir gewonnen haben, der Schulmediator ggf. sogar grundsätzlich gehalten sein sollte, Ganztags-Angebote dringend anzustreben?

Wir meinen: „Nein!“

Aus unserer Sicht kann die eigene „Erkenntnis“ über Kinder und Klassenstrukturen das gewissenhafte Herantasten an das konkrete Mediationsproblem nämlich durchaus erschweren, weil wir bereits „zu wissen glauben“, wie sich die Sache verhält ohne nochmal nachzufragen. Aber verboten ist es natürlich nicht, die Schulen auch über GTA oder Schülerförderungen zu unterstützen; macht es uns doch selbst auch Freude und gibt uns die Möglichkeit, mit Kindern Zeit zu verbringen. Das war schließlich der maßgebliche Grund, ehrenamtlich als Schulmediator tätig zu sein.

Natürlich sind wir auch weiterhin als Schulmediatoren an der Ebersdorfer Grundschule tätig.